Forum-Index Berichtswesen Debüt beim Hamburger Marathon 2010
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Beitritt: 23.09.2009 22:15:29
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Betreff: Debüt beim Hamburger Marathon 2010 [27.04.2010 08:09:44]
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8:40 und nun stehe ich im Startblock E mit Zielzeit 3:30 Stunden. Auf der Stelle springend, Schuhe nochmals schnüren und die umliegenden Mitstreiter beobachtend verstreicht die Zeit. Kurz vor dem Start ertönt die Nationalhymne. So patriotisch habe ich es nicht erwartet, aber zu meiner emotionalen Stimmung, welche sich in den letzten Minuten beim Rückblick auf den 10-Wochen-TP eingestellt hat, passt dies.

9:01 und wir kommen langsam ins gehen traben und schließlich laufen. Die Reeperbahn habe ich schon oft voll erlebt, aber das Ereignis setzt noch einen drauf. Die ersten 7 Kilometer geht es fast nur nach vorgegebenen Tempo, überholen bietet sich fast nie an. Aber da ich nach langem hin und her mich bei meinem Debüt für ein verhaltenes Angehen entschieden habe, passt mir dies ganz gut. Das nette Mädel im Startblock neben mir stellt sich als perfekte Begleiterin für die ersten 10 Kilometer heraus.

Bei km 5 die erste Wasserstelle. Diese lass ich noch rechts liegen. Am Kilometer 10 steht wie verabredet meine Familie. Plötzlich kann ich die Gefühle kurz nicht mehr kontrollieren und frage mich nur, warum über diese Nebenwirkungen mich keiner im Vorfeld aufgeklärt hat.
An den Landungsbrücken dann Gänsehaut pur. Rechts und Links stehen Massen und die Läufer komplett durchzieht ein Ruck und es wird schneller.

Im Wallringtunnel feiern wir Läufer uns dann selbst. Es wird geklatscht gepfiffen und ein einsamer Hertha-Fan versucht mit einem Fangesang seine Jungs noch zum Klassenerhalt zu treiben. Aber wenn Fußballfans diesen Tag dominieren, dann sind es die St. Pauli-Fans. Nach dem 6:1 gegen Koblenz ist die Freude so groß, dass wir Läufer diese auch heute noch wahrnehmen können.
Das Feld zieht sich mehr auseinander und ich kann die Strecke genießen. Binnen-, Außenalster und dann schon km 20. Hier stehen wie verabredet Freunde mit Gel und Getränk. Kurz abgeklatscht geht es kurze Zeit später auf die zweite Hälfte. Ab jetzt will ich es laufen lassen und bis auf ein Ziehen in der linken Wade spricht auch nichts dagegen.

Ich wurde gewarnt vor City Nord. Da würde die Sonne erbarmungslos zuschlagen und die Zuschauer sind sehr dünn gesät. Aber die Zuschauer reißen aus meiner Sicht nicht ab. Ungewohnt warm ist es zwar schon seit einiger Zeit, aber die Wasserstände kommen kontinuierlich und kühlen ab. Etwa ab Kilometer 30 kommen dann noch privat organisierte Verpflegungsstände hinzu. Da steht von Kind bis Großmutter die ganze Familie an der Strecke und reicht einem Wasser. Super! Die Begeisterung der Zuschauer trägt mich und längt mich ab vom eigenen Befinden.

Die Wand bei Kilometer 37 lasse ich links liegen, aber bei Kilometer 38 stellt sich langsam ein Gefühl ein, dass ich mal austreten könnte. Ich ignoriere es und finde einen Läufer, welcher mit mir weiter das Feld rockt. Nur frage ich mich, wer hier wen zieht. Bei 39 merke ich, es wird nichts mit gemeinsam bis zum Ziel. Nur noch bis km 40 eine gute Zeit schaffen, denn da wird die Zwischenzeit nochmals per SMS an die Freunde verteilt und danach entscheide ich spontan.

Km 40. ENDLICH! Gehe ich nun spazieren und mache einmal etwas anderes als die letzten drei Stunden am Stück zu laufen? Ich kann mir die Frage nicht beantworten, da plötzlich mein Sohn aus den Zuschauern auftaucht und neben mir her läuft. Mit seinen 9 Jahren treibt er mich echt an. Ich versuche nicht abreißen zu lassen und mit diesem Impuls laufen dann die nächsten Meter auch von selbst. Ab km 41 ist das Ziel zu erahnen und ein Lächeln stellt sich ein. Dieses bleibt gefühlt bis einschließlich heute erhalten und ich bin nur noch glücklich. Mit erhobenen Händen geht es durchs Ziel. Im Anschluss bekomme ich rechtzeitig beim Eintreten leichter Krämpfe eine freie Massageliege. Neben mir liegt ein Hohburger, welchen ich aufgrund seines einzigartigen Shirts vom Muldentaler Städtelauf 2009 sofort erkennen konnte.

Wenn Hamburg sicher kein günstiges Pflaster ist, aber die Strecke, die Zuschauerstimmung und auch die Massage waren es wert und sicher werde ich einmal wieder kommen. Die Freude am Laufen wurde in Hamburg jedenfalls gestärkt.
 

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Beitritt: 05.12.2006 17:52:51
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Betreff: Aw:Debüt beim Hamburger Marathon 2010 [27.04.2010 08:33:35]
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Glückwunsch zum Marathoneinstand, zu deiner guten Zeit, zum überlegten gleichmäßigen Laufen und dass die Lust am Weiterlaufen geblieben ist.
Stimmt, über emotionale Ausbrüche haben wir uns nie unterhalten, aber ich kann dir bestätigen, dass ich schon in den verschiedensten Situationen beim Marathon geheult habe. Das kann ein 10er oder ein Halber so wahrscheinlich nicht bieten.
Ist doch schön, das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, oder?
Bis bald mal auf einen Kaffee, du weißt schon wo...
Liebe Grüße
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Beitritt: 09.10.2007 21:07:56
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Betreff: Aw:Debüt beim Hamburger Marathon 2010 [27.04.2010 08:34:35]
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...hättest ja noch anmerken können, dass aus 3:30 eine 3:23 wurde...
GLÜCKWUNSCH!!!
...aber das nächste Mal bitte in LE...
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WELT-NEUHEIT!!!

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Betreff: Aw:Debüt beim Hamburger Marathon 2010 [27.04.2010 09:32:03]
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Glückwunsch zum 1. Marathonfinish und zum schönen Bericht.

Der Hamburg-Marathon steht bei mir, ebenso wie den Oberelbe-Marathon, auch noch auf der Liste. Nur müßte ich dann gleich 2x auf Leipzig verzichten - die Welt ist ungerecht.
Andererseits treiben sich ja andere beim Hermannslauf rum anstatt in LE zu laufen
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Beitritt: 28.11.2006 20:16:24
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Jede Bewegung, die nicht der Fortpflanzung oder Nahrungsaufnahme dient, ist unnatürlich!
(Peter Ustinov)


Betreff: Aw:Debüt beim Hamburger Marathon 2010 [27.04.2010 13:39:56]
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Ich habe ja immer an dich geglaubt
Glückwunsch und Respekt - super Einstieg! Da haben einige der aktiven Forumsteilnehmer (ich eingeschlossen) mit ganz anderen Zeiten debütiert. Laufen scheint während einer beruflichen Auszeit, Umorientierungsphase (auch beruflich) und Elternzeit ohne Aufsichtspflichten nicht der schlechteste Zeitvertreib zu sein

Jetzt musst du ja nicht mehr geheim trainieren - freue mich auf ein gemeinsames Läufchen und den persönlichen Erlebnisbericht!
 

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Beitritt: 23.09.2009 22:15:29
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Betreff: Aw:Debüt beim Hamburger Marathon 2010 [27.04.2010 14:06:21]
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Danke für die Glückwünsche!

@DNA: Um meine Leistung etwas zu relativieren, die Zielzeitangabe für den Startblock stammte aus dem November. Anfang Januar wählte ich dann einen Trainingsplan mit 3:15h, da ich ambitioniert trainieren wollte und die Vorgaben diesen durchaus zuließen. 10km und HM gingen im Training auch auf, aber in HH siegte der Respekt über den Ehrgeiz.

@oint: Gern nehme ich die Einladung an. Heimlich war es nur in sofern, dass ich am Vormittag meistens gelaufen bin, da ich da die wenigsten Kinder um mich hatte. Nun laufe ich erst einmal planlos, also wie geschaffen für uns zwei. Und Waldläufer nehmen wir gleich mit, dann ist die Kaffeepause gesichert.


 

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Beitritt: 27.04.2010 17:30:59
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Betreff: Aw:Debüt beim Hamburger Marathon 2010 [27.04.2010 17:45:46]
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"Leistung relativieren" kommt gar nicht in die Tüte oder wenn, dann so:

dein Split bei Wendemarke HM ist einerseits sehr gleichmäßig, bei genauer Betrachtung aber durchaus "negativ". Denn die zweite Hälfte ist mit ihren länger anhaltenden, sanften Steigungen anspruchsvoller. Den leichten Gegenwind aus Süd-Süd-Ost lassen wir einmal außer acht.

Hammerleistung. Aus dir kann noch was werden. Und aus Sohnemann offensichtlich auch.
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